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Diagnose

 

Der Weg zu einer chinesischen Diagnose besteht seit der Zeit der Han- Dynastie (206v.Chr.-221n.Chr.) aus den 4 klassischen Untersuchungsmethoden:

  • Betrachten, Sehen

  • Hören, Riechen

  • Erfragen

  • Untersuchen, Tasten

Wichtig bei der Betrachtung sind z.B. die Hautfarbe des Patienten, seine Bewegungen und das Shen, der Geist, der sich vor allem im Ausdruck der Augen und in der Klarheit der Gedanken offenbart.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Betrachtung der Zunge. Hier ist neben der Größe, Farbe und Beweglichkeit des Zungenkörpers, vor allem die Beschaffenheit des Zungenbelages von großer Bedeutung.

Er wird untersucht auf Farbe, Dicke, Feuchtigkeit, evtl. Zahneindrücke u.a.

Die wichtigste Untersuchung neben der Abtastung des Bauchraumes bzw. je nach dem Beschwerdebild des Patienten anderer Areale, gilt der Pulstastung. Es gibt an jedem Handgelenk drei Pulstaststellen, die in jeweils drei Tiefen untersucht werden und die eine gute Beurteilung des augenblicklichen körperlichen Zustandes ermöglichen. Dabei geht es in erster Linie um eine qualitative Beurteilung der Pulswelle und weniger, wie in der westlichen Medizin, um eine quantitative Bestimmung der Herzschläge oder das Auffinden von Arrhythmien. Der Puls kann qualitative Aussagen über den Zustand von Lunge, Milz, Niere, Herz und Leber machen.

Hierbei ist es wichtig zu bemerken, dass in der TCM nicht nur die Organe in ihrer Struktur, sondern Funktionseinheiten gemeint sind.

Die Lunge bspw. meint im chinesischen Sinne alles, was mit Respirationstrakt und Atmung, auch im weitesten Sinne zu tun hat. Hals, Nase und Rachen gehören dazu, aber auch die Haut und die Abwehrkraft. So weist eine erhöhte Infektanfälligkeit auf eine Schwäche der Lungenkraft hin.

In der Erstanamnese erfrage ich ausführlich Ihre Krankengeschichte, weiterhin typische Reaktionsmuster auf Kälte und Hitze, die Lokalisation und die Art von Schmerzen, den Schlaf, die Ernährung u.a.

Für eine traditionelle Befragung ist dabei nichts im eigentlichen Sinne nebensächlich oder unwichtig, denn jedes kleine Detail ist ein wichtiges Puzzlesteinchen, auf dem Weg zur Diagnose.