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Akupunktur

Die Nadelung der Akupunkturpunkte hat eine harmonisierende Wirkung. 

Fülle wird gedämpft, Schwäche wird angeregt und Blockaden werden gelöst, so dass wieder ein ungestörter Fluss des Qi möglich wird.

Wenn man sich die Leitbahnen des Qi wie ein oberflächliches System von Energieflüssen und Kanälen vorstellt, wirkt die Akupunktur wie ein Kanalmeister, der ein Zuviel, Zuwenig oder eine Stauung über die Regulierung der Zuflüsse beeinflussen kann.

Die Akupunktur wirkt also auf energetischer Grundlage durch eine Beeinflussung der Lebensenergie Qi. Sie ist keine Neuraltherapie! Zwar gibt es einige Punkte, die neural wirken können und bei denen das in der modernen TCM auch durchaus so erwünscht ist, wie z.B. bei der Behandlung von Trigeminusneuralgien, Faszialisparese und Karpaltunnelsyndrom, aber es ist ein „Nebeneffekt“ einer Behandlungsmethode, die von der Idee her allein energetisch ist!

Während der Akupunktursitzung können verschiedene Veränderungen im Körper ausgelöst werden.

Der Einstich führt meist zu einem kurzen Schmerz, auf den ein dumpfes Schwere- und Druckgefühl folgt, das sogenannte "De Qi" - Gefühl.

Dieses Nadelgefühl kann ganz unterschiedlich stark empfunden werden. Es hängt sowohl von den gewählten Punkten ab, als auch von der individuellen Konstitution. Manche Patienten sind sehr sensitiv und spüren schon viel bei der bloßen Akupressur der Punkte, andere benötigen eine stärkere Stimulation der Nadeln.

Vermieden werden sollten elektrisierende und brennende Schmerzen. Sie zeigen an, dass Nerven oder Gefäße getroffen wurden. In diesem Fall muss die Nadelposition verändert werden.

Im Durchschnitt verbleiben die Nadeln 20-25min in ihrer Position. Bei akuten Geschehnissen, wie z.B. Hexenschuss kann die Nadel auch nur eingeführt, stimuliert und dann sofort wieder entfernt werden. Bei chronischen Erkrankungen können die Nadeln auch deutlich länger verbleiben.

Häufig tritt nach der Nadelstimulation, wenn die Nadeln einige Minuten liegen, eine Entspannung des Körpers ein. Manche Patienten schlafen auch kurz ein. Diese Entspannung, verbunden mit einer tiefen und ruhigen Atmung bis tief in den Brustkorb hinein, kann sehr entscheidend für den Therapieerfolg sein. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, dass der Patient bequem liegt und die Nadeln zwar spürbar sind, aber nicht schmerzen, denn nur so können Spannungen gelöst und der Energiefluss des Körpers verbessert werden.

Wenn Spannungen sich lösen, kann es zu Körperempfindungen wie Zittern, Kribbeln, Schwitzen und Schwindel kommen. Auch das Hochkommen von lange verstauten Gefühlen, wie Trauer, Wut und Angst ist möglich.

In der Regel werden zwei Akupunktursitzungen pro Woche durchgeführt. Die Dauer richtet sich individuell nach der Krankengeschichte. Je chronischer die Erkrankung ist, desto länger dauert meist auch die Behandlung. Nach einer Serie von 10-12 Sitzungen sollte in jedem Fall eine Pause eingelegt werden.